Donnerstag, 19. Januar 2017

Franz-Josef II

Boah, hat's heute Nacht geschifft! Teilweise haben wir schon daran gedacht, dass es uns die zwei kleinen Luken, die wir am Dach haben einschlagen könnte. Da müssen auch Hagelkörner mit dabei gewesen sein. Auf jeden Fall hat es auch noch heute Morgen geregnet. Uns war klar, der Gletscher verlangt einen weiteren Tag von uns. Da uns aber der Strom drohte auszugehen, haben wir uns einen offiziellen Campingplatz gesucht. Mit dem Rainforest Retreat haben wir auch einen gefunden.

Die Kinder haben gleich den kleinen Spielplatz in Beschlag genommen, während Tanja zum Wäsche waschen marschierte. Danach einen kleinen Snack zum Mittag, als die Regenpausen endlich immer länger wurden. Also sind wir zu dem Parkplatz gefahren, von welchem aus man in 45 Minuten durch das Gletscherflussbett bis zum Fuße des Gletschers laufen kann. Paul haben wir schlafend dahin befördert, während sich Laura zur kleinen Wandermaus mausert.

Es war eine wirklich imposante Kulisse, auch wenn der Nebel noch etwas tief hing und wir sicherlich nicht alles in der vollen Schönheit gesehen haben. Aus dem Flussbett heraus schossen geradezu senkrecht 100e Meter hohe Felswände empor. Der grade vergangene Regen sorgte dafür, dass links wie rechts entsprechend hohe Wasserfälle sich ergossen haben. Die Felswände waren zum großen Teil bewaldet. Dort, wo sie das nicht waren, konnte man sehen, wie vor vielen Jahren der Gletscher sich an den Wänden abgearbeitet hat, denn die waren rund und glatt geschliffen.


Am Fuße des Gletschers angekommen, hat sich uns ein ein tolles Bild gezeigt. Zwar hing er noch im Nebel, aber es war zu erahnen, wir er wohl blau schimmern würde, wenn doch nur die Sonne irgendwo wäre. Bis auf 750 Meter konnte man sich ihm heute auf diesem Weg näheren. Das variiert von Tag zu Tag. Gestern musste man bspw. 1200m entfernt bleiben.
Hier mal noch ein paar hard facts über den Gletscher:


Den Rückweg bestritt auch Paul tapfer zu Fuß, wobei uns da wieder der alt bekannte Starkregen wieder einholte, welcher sich bis dahin doch so schon zurückgehalten hatte. Klatschnass, aber mit tollen Bildern im Kopf sind wir wieder beim Wohnmobil angekommen.

Auf dem Weg zum Campground haben wir dennoch kurz an einem größeren Spielplatz halt gemacht. Und nach einem tollen Abendessen (Lamm, Ceasar Salad, Chicken Nuggets, Pommes und kleine Pizza), sind wir um 20:00 noch mit den Kindern in die Sauna. Die beiden hatten so einen Spaß am Aufguss, dass wir nicht lange ausgehalten haben.

Der Himmel ist zwischenzeitlich auch aufgerissen. Morgen schauen wir uns den Gletscher nochmal aus einer anderen Perspektive an und dann fahren wir weiter Richtung Süden.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Franz-Josef


In unserem Reiseführer steht: "Kein Gespräch über die Westküste wäre vollständig, ohne eine Erwähnung der sturzbachartigen Regenfälle, die hier mit tropischer Intensität, manchmal gar mehrere Tage am Stück niedergehen."
So! Seit gestern Abend können wir ein Gespräch über die Westküste VOLLSTÄNDIG führen. Es hat die ganze Nacht und den ganzen Tag geregnet und soll vor morgen Nachmittag nicht aufhören. Das führt bei uns im Camper zu folgendem Bild: Im Führerhaus hängen an Kleiderhaken mehrere nasse Kleidungsstücke, an den Scheiben bildet sich so stark das Kondenswasser, dass wir mit dem Küchenschwamm das Wasser abwischen und im Vorratsraum hinter der hinteren Achse ist irgendwo Wasser eingedrungen, was per Handtuch in strömenden Regen aufgezogen werden musste. Aber alles schön der Reihe nach.

Nach der stark verregneten Nacht, haben wir in Okarito erst einmal gemütlich ausgeschlafen und uns zu viert im Bett verweilt, denn es war keine Wetterbesserung in Sicht. Das erste Mal kam Action auf, als unser Campernachbar seinen Platz mit seinem Wohnmobil verlassen wollte. Wir standen alle im durchnässten Gras und zur Straße ging es direkt ab der hinteren Achse einen kleinen Buckel hoch. Er schaffte es nicht und nur mit rangieren und vier Mann zusätzlicher Kraft, konnten wir ihn auf die Straße buchsieren. Einem anderen ging es ähnlich, den haben wir dann auch gleich versorgt. Wir haben dann unser Wohnmobil auch gleich zurückgesetzt, so lange noch die hilfsbereiten Leute drum herum waren, aber bei uns ging es ohne Probleme. Das war der erste Satz nasse Kleidung.


Wir haben den Morgen noch mit Spielen und Überlegen am Platz verbracht, bis wir uns dann auf in den Gletscherort Franz-Josef gemacht haben. Da der Regen etwas nachgelassen hatte, haben wir uns auf den 30-minütigen Weg zu einem Aussichtspunkt gemacht, von wo aus man den Gletscher hätte sehen können. Dort angekommen, war dann aber Paul schlecht gelaunt, das Gletscherende kaum zu sehen und der Regen wurde wieder deutlich stärker. Somit kehrten wir um, aber 15 Minuten durch den starken Regen machen als Ergebnis 4 weitere Sätze Kleidung, die es zu trocknen gilt.


Aber wir bleiben und halten durch. Die Kinder machen trotz allem toll mit. Die Laune im Camper ist ungebrochen, auch wenn es das ein oder andere Bier mehr braucht ;-) Freitag wird es wieder schön! Und dann werden wir die Gletscher in all ihrer Pracht sehen - hoffen wir zumindest. Bis dahin, Daumen gedrückt halten und den morgigen Tag noch überstehen.

Dienstag, 17. Januar 2017

Okarito

Gestern Abend haben wir unseren Camper an einem "zweckmäßigen" Platz abgestellt. Da haben wir dann erst mal ausgeschlafen, um dann in die Werkstatt zum Kühlschrankwechsel zu fahren. Das hat dort 2 Stunden gedauert. Da wir dort mit freiem und schnellem WLAN versorgt wurden, haben wir das für zwei Videotelefonate mit den Omas und Opas genutzt. Die waren um 23:30 deutscher Zeit noch alle wach ;-)

Jetzt haben wir einen neuen Kühlschrank, den wir auch dann gleich im Supermarkt auffüllen gegangen sind. Dann noch schnell getankt und ab ging die Fahrt voll versorgt gen Süden den Gletschern entgegen. Zum Glück haben Laura und Paul einen Großteil der Fahrt geschlafen, den allzu viel hatte die Strecke nicht zu bieten. Auch das Wetter wurde immer schlechter.

Bei bedecktem Himmel sind wir dann in Okarito angekommen. Der Campground ist sehr gemütlich und ganz nahe am Meer. Das haben wir dann auch genutzt, um etwas im Sand zu spielen. Ganz anders als im Norden der Insel, ist der Sand hier ganz grau. An Baden ist in der Tasmanischen See wohl nicht zu denken, denn die Wellen sind auch hier noch hoch. Und dann haben wir, trotz Anti Brumm, die erste RICHTIGE Bekanntschaft mit den besch... Sandflies gemacht - Teufelsdinger. Dabei haben wir alle schon den ein oder anderen Stich!


Jetzt liegen wir im Wohnmobil. Die Kinder schlafen und draussen schüttet es aus Kübeln. Wenn die Tageszeitung, die in der Werkstatt aus lag Recht hatte, dann wird das morgen mit dem Regen nicht besser :-(
Wir geben die Hoffnung aber nicht auf, die Gletscher bei gutem Wetter zu sehen. Bleiben wir halt 1-2 Tage länger. Die Planung läuft ...

Montag, 16. Januar 2017

Greymouth

Heute haben wir wieder viel erlebt. Begonnen hat der Tag mit einem gemütlichen Frühstück bei strahlendem Sonnenschein am Strand. Für Tanja war der Tag also schon um 09:30 super.

Wir sind dann zur Tauranga Bay beim Cape Foulwind aufgebrochen, um vielleicht Robben zu sehen. Was uns da erwartet hatte, war großartig! In die sehr breite Bucht sind meterhohe Wellen eingezogen. Teilweise haben sie sich an vorgelagerten, hoch aufragenden Felsen gebrochen. Ein Naturschauspiel der Extraklasse, wenn man nicht grade an der Küste groß geworden ist. Ein schön angelegter Weg führte uns dann zur Robbenkolonie. Und die waren tatsächlich da. Mit ihren Jungen. Phantastisch!


Nachdem wir uns die Robben angeschaut und auch jede einzeln fotografiert hatten, machten wir uns auf nach Punakaki zu den Pancake Rocks mit ihren Blowholes. Dort angekommmen, hat es zunächst geregnet, was wir für einen kleinen Mittagssnack nutzten. Dann sind wir (mit dem schlafenden Paul auf dem Rücken) auf den kleinen Rundweg gegangen. Auch hier scheinen wir wieder die best mögliche Zeit erwischt zu haben. Wieder schlugen meterhohe Wellen gegen die Felsen, die wie aufgeschichtete Pfannkuchen aussehen. Die Kombination aus dem Zahn der Zeit, dem ständigen Wasser und dem weichen Gestein, haben die Felsen teilweise unterhöhlt. Dadurch kommt es zu sogenannten Blowholes: Eine Welle dringt in die Höhle ein und die darin enthaltene Luft wird nach oben durch ein Loch verdrängt. Natürlich nicht ohnr entsprechend viel Wasser mit auszuwerfen. Wir wurden auch ganz schön nass (da ist auch Paul aufgewacht).



Hab ich eigentlich schon geschrieben, dass unser Kühlschrank kaputt ist? Nein? Seit 4 Tagen funktioniert unser Kühlschrank nicht mehr. Am Samstag war alles warm. Die Hotline von MAUI konnte uns übers Wochenende nicht weiterhelfen, hat uns aber geraten, einen großen Beutel Eis zu kaufen und in den Kühlschrank zu legen. Das haben wir gemacht und das funktioniert auch erstaunlich gut. Heute haben wir die Hotline nochmal kontaktiert, die uns zur nächsten Werkstatt nach Greymouth bat. Allerdings waren wir da etwas unter Zeitdruck, also sind wir nach Greymouth geflogen, sofern man mit dem riesen Ding überhaupt fliegen kann. Die haben aber auch nur feststellen können, dass der Kühlschrank getauscht werden muss. Wenn ich den Kerl richtig verstanden habe, bringem die uns an unseren heutigen Platz einen neuen Kühlschrank vorbei. Mal sehen, das wäre ja ein toller Service!?

Jedenfalls stehen wir jetzt in Greymouth, werden uns morgen noch versorgen und dann geht es ab nach Okarito. Das wird voraussichtlich unser Basislager für den Franz-Josef Gletscher werden.

Westport

*gestern hatten wir kein Internet, daher erst jetzt der Eintrag von gestern*

"Heute haben wir richtig was geschafft!" So das zufriedene Resumee an unserer heutigen Unterkunft.

Heute war mal wieder Reisetag angesagt. So haben wir bei strahlendem Sonnenschein unsere sieben Sachen zusammengepackt. Damit es den Kids dabei nicht zu langweilig wird, ist Tanja mit ihnen zum Strand. Das habe ich genutzt, um den Camper wieder flott zu machen. Frischwasser rein und alles Gebrauchte raus. Danach haben wir noch eine Stunde gemeinsam am Strand verbracht. So gegen 12:30 haben wir uns dann Richtung Süden aufgemacht. Eingekauft und getankt haben wir auch.

Unser Ziel war noch nicht ganz klar, aber die Richtung. Schlussendlich haben die Kinder gut mitgemacht und wir haben das Maximalziel Westport erreicht. Unser Weg führte uns mal wieder am Buller River vorbei. Paul würde sagen "des is mein Freund", denn dieser Fluss ist an manchen Stellen echt atemberaubend.

In Westport haben wir einen Spot direkt am Meer ausgemacht, den wir angepeilt haben. Zurecht! Denn das hier ist heute Nacht und morgen früh unser Ausblick aus dem Bett:


Hoffentlich müssen wir nicht schon wieder mit den Gezeiten kämpfen.
Der Strand erstreckt sich weit nach links und rechts, was wir am Abend noch zu einem Strandspaziergang genutzt haben. Es war zwar windig, aber sehr schön.


Morgen planen wir zu einer Sandbank mit Robben zu gehen und die Pancake Rocks anzuschauen, wo wir übernachten, wissen wir noch nicht

Samstag, 14. Januar 2017

Kaiteriteri und Awaroa Bay

Heute sind wir ganz früh aufgestanden. Tanja hatte deswegen auch 3 Schneiders um sich, die  schlaftrunken das fertig gerichtete Frühstück in die Backentaschen schoben. Wir mussten nämlich unser Wassertaxi erreichen und dazu um 08.30 am Kiosk sein. Haben wir dann auch geschafft.

Die Fahrt mit dem Taxi hat mehr Spaß gemacht als mit dem geschlossenen Boot in Havelock. Trotz der ruppigen Fahrt, ist Paul mal wieder eingeschlafen. Wir haben am Split Apple Rock Halt gemacht. Eine Felskugel, die einmal perfekt in der Mitte von der Natur gespalten wurde.

Ein weiterer Halt war an einer unberührten Insel unweit vor der Küste. Dort haben wir Robben gesehen, die grade den Bauch gen Sonne streckten. Zwei haben sich auch im Wasser getummelt.

Danach haben wir auf unserer Fahrt Richtung Norden, die einzelnen schönen Strände angefahren, die alle nur zu Fuß oder mit dem Wassertaxi zu erreichen sind, bis wir unsere Wahl, die Awaroa Bay, erreicht hatten. Ein langgezogener, fast einsamer Strand, der auf einer Seite in einer Lagune endete. Hier haben wir den Tag verbracht. Mal wieder hatten wir mit den Gezeiten zu kämpfen, denn die Flut machte uns den Strand streitig. Wir haben dann aufgegeben und sind zur Mittagszeit umgezogen.


Dass sich dann auch noch der Himmel mit Schleierwolken bedeckte, nutzten wir zu einem kleinen Fußmarsch in die nähere Umgebung. Natürlich ist Paul mal wieder eingeschlafen.

Dabei haben wir eine kleine Start- und Landepiste entdeckt, und sowohl einem kleinen Flugzeug, als auch einem Helikopter beim Starten zugesehen (insofern muss ich noch den Luftweg zum Erreichen der Strände hinzufügen).

Zum Abschluss des Tages war dann zum ersten Mal Kleidung waschen angesagt. Danach waren wir noch im Restaurant lecker essen - Spareribs. Mmmmhhh, lecker!

Morgen verlassen wir Region um Abel Tasman und machen uns auf gen Süden. Die Gletscher sind unser nächsten großes Ziel, was wir in 2-3 Tagen erreichen wollen. Schön war's hier an den Stränden - auf in die Berge!

Freitag, 13. Januar 2017

Kaiteriteri

Das war gestern Abend noch recht spannend! Die Mündung des Flusses, an dessen Ufer wir standen, war nicht weit. Daher machte sich die Flut am Fluss bemerkbar. Da haben wir erkannt, dass wir nicht am Ufer, sondern im Bett des Flusses standen. Mit unseren Nachbarn - auch eine deutsche Familie - haben wir dann noch lange überlegt, ob wir eine Reihe nach hinten stehen sollten. Aber das Wasser stoppte noch frühzeitig und wir beliesen es dabei.

Heute Morgen haben wir dann bei strahlendem Sonnenschein im wieder trockenen Flussbett gefrühstückt. Danach blieb noch Zeit für eine Runde Spiel, ehe wir uns Richtung Kaiteriteri aufgemacht haben. Auf dem Weg haben wir noch einen Zwischenstopp bei einem natürllichen Labyrinth eingelegt. Natürliche Felsen, überdeckt von Bäumen und Pflanzen formten ein Wirrwarr an Gängen. Zum Glück haben sie am Eingang Karten verteilt. Die Kinder hatten zumindest sichtlich Spaß.

Der weitere Weg führte uns mal wieder zuerst einen Berg hinauf. Unser Camper ist dochrecht groß bei diesem Spitzkehren und engen Straßen. Am Gipfel hatten wir einen atemberaubend schönen Ausblick:


In Kaiteriteri hatten wir ja schon vorgebucht. Ein sehr touristischer Ort und ein riesen Campingplatz. 400 Stellplätze bietet er an. Wir haben zum Glück für die kommenden 2 Nächte einen sehr schönen bekommen. Auch hier haben sich die Kiwis mit ihren teilweise riesen Zelten häuslich eingerichtet und veranstalten abends ein sehr leckker riechendes BBQ. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, sind wir dann zum Strand. Auch sehr schön, breit und flach.


Morgen geht es schon früh raus. Wir haben ein Wassertaxi gebucht, was uns morgens in die Awaroa Bay im Abel Tasman bringt und Nachmittags wieder zurück. Den Tag wollen wir mit etwas Laufen und viel Sonnenbaden verbringen.